
Natürlich effizient: neue Kältemaschine für das IWB Datacenter
Ein Datacenter muss rund um die Uhr zuverlässig funktionieren. Damit die IT-Systeme unserer Kunden jederzeit unter optimalen Bedingungen betrieben werden können, ist eine leistungsfähige Kühlung unverzichtbar. Mit einer neuen Kältemaschine investieren wir gezielt in die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit des IWB Datacenters. Dabei setzen wir neu auf Propan (R290) als natürliches Kältemittel.
Pascal Wolf
Datacenter Experte, IWB
Effiziente Kühlung für einen zuverlässigen Betrieb im Rechenzentrum
Server und weitere IT-Komponenten erzeugen kontinuierlich Wärme – je nach Auslastung in unterschiedlichem Umfang. Zu hohe oder stark schwankende Temperaturen können die Effizienz und Lebensdauer der Hardware beeinträchtigen. Damit die Systeme zuverlässig innerhalb ihrer optimalen Betriebstemperaturen arbeiten können, muss die Wärme deshalb laufend abgeführt werden. Die Kältemaschine kühlt dafür das im Datacenter eingesetzte Kühlwasser und gibt die aufgenommene Wärme ab.
Die Kühlung hat gleichzeitig einen wesentlichen Einfluss auf den gesamten Energieverbrauch eines Datacenters. Je nach Infrastruktur kann sie einen erheblichen Anteil des Gesamtstrombedarfs ausmachen. Eine effiziente und intelligent gesteuerte Kühlung ist daher nicht nur für die Betriebssicherheit entscheidend, sondern auch ein zentraler Hebel zur Reduktion des Energieverbrauchs und der damit verbundenen Emissionen.
Deshalb ersetzen wir zwei der eingesetzten Kältemaschinen durch eine neue, effizientere Anlage. Sie übernimmt künftig die primäre Kälteversorgung, während weitere Kältemaschinen für die Redundanz sorgen. Durch die Erneuerung reduzieren wir den Energiebedarf für die Kälteerzeugung voraussichtlich um rund 40’000 kWh pro Jahr. Das entspricht rechnerisch dem jährlichen Stromverbrauch von rund 18 typischen Zweipersonenhaushalten in der Schweiz.
Durch die stabilere und bedarfsgerechtere Kühlung sind darüber hinaus weitere Energieeinsparungen innerhalb der gesamten Kühlinfrastruktur möglich.
Propan als natürliches Kältemittel
Die neue Kältemaschine arbeitet mit Propan. Im Vergleich zu vielen synthetischen Kältemitteln weist Propan eine sehr geringe Klimawirkung auf. Sein Treibhauspotenzial ist gering, zudem trägt es nicht zum Abbau der Ozonschicht bei.
Propan besitzt ausserdem sehr gute thermodynamische Eigenschaften. Dadurch kann Wärme effizient aufgenommen und abgeführt werden. Das schafft gute Voraussetzungen für einen energieeffizienten Anlagenbetrieb und hilft dabei, sowohl den Stromverbrauch als auch die damit verbundenen CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Als natürliches und nicht fluoriertes Kältemittel ist Propan zudem eine langfristig tragfähige Lösung. Während klimaschädliche fluorierte Kältemittel zunehmend eingeschränkt werden, unterstützt Propan eine zukunftsfähige und nachhaltige Ausrichtung der Kälteversorgung.


Nachhaltigkeit beginnt bei der Infrastruktur
Ein nachhaltiges Datacenter zeichnet sich nicht nur durch moderne IT-Systeme aus. Auch die technische Infrastruktur und insbesondere die Kühlung sind entscheidend. Die neue Propan-Kältemaschine ist deshalb Teil eines umfassenden Kühlkonzepts, das auf Zuverlässigkeit und einen möglichst effizienten Einsatz von Energie ausgerichtet ist.
Ergänzend nutzt das IWB Datacenter Freecooling: Wenn es die Aussentemperaturen erlauben, wird die kühle Aussenluft für die Kühlung genutzt. Dadurch muss weniger Kälte maschinell erzeugt werden und der Energieverbrauch sinkt zusätzlich.
Reicht die Aussentemperatur für das Freecooling nicht aus, stellt die neue Propan-Kältemaschine die benötigte Kälteleistung bereit. Das Zusammenspiel beider Technologien ermöglicht eine bedarfsgerechte und energieeffiziente Kühlung über das gesamte Jahr.
Damit verbinden wir eine zuverlässige Datacenter-Infrastruktur mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen. Gleichzeitig reduzieren wir die Klimawirkung unserer Kälteversorgung und schaffen eine zukunftsfähige Grundlage für den weiteren Betrieb unseres Datacenters.


